Als Stephan und Sabine mich eingeladen haben, sie nach Okahandja zu begleiten, war ich sofort neugierig. Meme Kauna, die treibende Kraft hinter der Soupkitchen, hat uns an diesem Tag durch das Projekt geführt – und ich war tief beeindruckt.
Vor dem Gittertor standen mehrere hundert Menschen. Sie alle warteten darauf, dass Kauna entscheidet, wer an diesem Tag die dringend benötigte Maislieferung bekommt. Es war eine echte Herausforderung für sie: Mit einer bevorstehenden Woche voller Feiertage musste sie priorisieren, wer den Rohstoff am dringendsten braucht. Diese Entscheidung zeigt, wie komplex und emotional die Arbeit hier ist.
Nachdem Kauna sich um diese wichtige Aufgabe gekümmert hatte, nahm sie sich Zeit für mich. Ich bekam einen umfassenden Einblick in die Soupkitchen, die für bis zu 1.600 Kindern, drei mal die Woche, eine warme Mahlzeit kocht – eine lebenswichtige Unterstützung in einer Region, in der viele Kinder mit Hunger und Unterentwicklung kämpfen.

Was mich besonders berührt hat: Die Kinder kommen zu Fuß mehrere Kilometer aus dem nahegelegenen Township mit ihren eigenen Schüsselchen und Behältern zur Soupkitchen., Die Hände werden gewaschen und danach stellen sie sich in einer Einserreihe an und warten geduldig auf ihre Mahlzeit. An dem Tag, es war ein Freitag, wo ich zu Gast sein durfte, gab es Fischeintopf mit Gemüse. Ein Restaurant in Windhoek hat dafür Fischreste zur Verfügung gestellt, die hochwertig, aber nicht zu Filets zu verarbeiten sind. Dazu gab es Reis und manchmal gibt es oft auch Obst – ein kleiner Luxus, der nicht immer für alle reicht. Es ist kaum vorstellbar, wie sehr diese warme Mahlzeit den Alltag der Kinder verändert.
Wer Namibia als Tourist besucht, bekommt selten mit, welche Herausforderungen hier im Alltag bestehen. Der Hunger und die Not sind real – und die Soupkitchen macht einen riesigen Unterschied und leistet einen Beitrag zur Entwicklung dieser Kinder und Jugendlichen. Es ist ein Ort des Zusammenkommens und es geht um eines der elementarsten Bedürfnisse des Menschen: Hunger stillen!

Was können wir gemeinsam tun?
Aktuell stemmt die Soupkitchen mit Sabine und Stephan und Kauna vorort mit Spendengeldern die Herausforderung 3 Mal die Woche zu kochen. Ziel ist, an 5 Tagen die Woche den Kindern und Jugendlichen eine warme Mahlzeit pro Tag zu ermöglichen, um den Alltag der Kinder ein bisschen leichter zu machen.
Wenn Du mehr über das Projekt erfahren möchtest, schau gerne auf der Webseite vorbei. Für mich war dieser Besuch eine wichtige Erinnerung daran, wie wertvoll jede kleine und einzelne Unterstützung ist und unser gemeinsames Ziel: 5 Mahlzeiten pro Woche! -> Spenden
Doris Stöger
